Komfortbedingungen

Thermischer Komfort

Der thermische Komfort, also die Raumtemperaturqualität, wird durch die thermische Qualität des gebauten Raumes, die Lüftung und Klimatisierung des Raumes und durch den Nutzer bestimmt. Ein akzeptables thermisches Raumklima ist gegeben, wenn es mindestens 80% der Nutzer als angenehm empfinden.

Für ein physiologisch angenehmes thermisches Gleichgewicht muss, der Jahreszeit entsprechend, dem Körper Wärme zu- oder abgeführt werden. Geschieht dies nicht, fühlt man sich unbehaglich - so können etwa zu hohe Luftgeschwindigkeiten zu viel Wärme abführen, während zu hohe Luftfeuchte als schwül empfunden wird. Für das thermische Gleichgewicht des Menschen sind mehrere Faktoren ausschlaggebend.

Wesentliche physikalische Einflussgrößen:

  • Raumlufttemperatur
  • Oberflächentemperatur der Raumumschließungsflächen
  • Relative Raumluftfeuchte
  • Luftströmung

Über die Person definierte Einflussgrößen:

  • Aktivitätsgrad
  • Bekleidung

Im Hinblick auf ein energieeffizientes Gebäudekonzept für Büro- und Gewerbebauten sollen zuerst passive bauliche Maßnahmen eingesetzt werden, um angenehme Bedingungen für die Nutzer zu schaffen. Sowohl aktive als auch passive Kühl- und Heizsysteme sowie Lüftungssysteme müssen so ausgelegt sein, dass sie die thermischen Behaglichkeitsanforderungen an das Raumklima erfüllen.

Es gilt also, die nutzbaren solaren Gewinne und die hohen internen Lasten über das Jahr abzuwägen und Kontrolleinrichtungen (Verschattung, Maximierung der solaren Gewinne im Winter, Minimierung der solaren Gewinne im Sommer, Minimierung der internen Lasten) bereit zu stellen.

Visueller Komfort

Tageslicht steht uns von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in ausreichendem Maße kostenlos zur Verfügung; bei Nutzbauten (Schulen, Büros usw.) ca. 90% der Betriebszeit. Es trägt wesentlich zur Reduktion des elektrischen Energiebedarfs für Beleuchtung und damit zur Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes bei und beeinflusst die Psyche und die Physiologie des Menschen positiv – Kunstlicht kann die Qualität von Tageslicht niemals ersetzen, der Mensch ist auf Tagelicht „programmiert“.

Würde man die Sonne als Lichtquelle nutzen wollen, wären Blendung und Überwärmung die logischen Folgen.

Tageslichtnutzung bedeutet nicht die Sonne, sondern das diffuse Licht des Himmels als Lichtquelle zu betrachten. 
Bei direkter Sonne herrscht gegenüber klarem Himmel ein 10-fach höheres Lichtangebot, sodass Tageslichtnutzung und Sonnenschutz kein Widerspruch sind, sofern die Verschattungen entsprechend ausgebildet sind.
Verschattungen mit Tageslichtnutzung reflektieren die direkte Sonne (diese wirkt der Sonnenbahn folgend immer nur in einem bestimmten Raumwinkel), lässt aber diffuses Licht (wirkt von allen Richtungen, jedoch von oben stärker als von der Seite) durch. Diese Eigenschaft besitzen Sonnen- und Blendschutzsysteme, deren Lamellen durch eine Sonnenstandsnachführung justiert werden, oder deren Behänge speziell für die Tageslichtnutzung konstruiert wurden.

Entscheidend für die Ausleuchtung eines Raumes mit Tageslicht ist auch die richtige Glaswahl. Um Tageslicht so effizient wie möglich nutzen zu können, ist ein Glas mit hoher Lichttransmission erforderlich. Sonnenschutzgläser reduzieren den Tageslichteintrag permanent um mindestens 30% und sind für diese Zwecke ungeeignet. Die Kompensation dieses Nachteiles durch Vergrößerung des Glasflächenanteiles bewirkt wenig, da vor allem das Licht, das im Überkopfbereich auf die Verglasung trifft, für die Beleuchtung entscheidend ist.

Mit Tageslicht zu beleuchten bedeutet das System Verglasung und Sonnenschutz als Leuchte zu verstehen – die Glasfläche ist das Leuchtmittel, der Sonnen- oder Blendschutz der Reflektor, der das Tageslicht gezielt (blendfrei) im Raum verteilt.

Hygienischer Komfort

Ziel des hygienischen Komforts ist die Einhaltung einer gesunden, gut konditionierten Raumluft. Dies bedeutet auch ausreichende Frischluftzufuhr zur Minimierung des CO2-Gehalts in der Raumluft.

Der Luftwechsel in einem Gebäude muss einerseits so groß wie aus gesundheitlicher Sicht nötig, andererseits so klein wie aus energetischer Sicht möglich sein.

Beim hygienischen Komfort ist vor allem die Abhängigkeit des hygienischen Luftwechsels von Luftgeschwindigkeit, Zug- und Raumlufttemperatur zu beachten. Es sollte generell das Ziel verfolgt werden, eine weitgehend natürliche Be- und Durchlüftung des Gebäudes zu ermöglichen bzw. gut abgestimmte Lüftungssysteme zu planen.

Sonnenschutz erfüllt keine Kriterien des hygienischen Komforts, gewährleistet jedoch eine risikolose Fensterlüftung, beispielsweise in warmen Sommernächten wo trotz geöffneter Fenster die Beschattung die Fensteröffnung verschließt aber einen ausreichenden Luftwechsel gewährleistet!